EFT im Schulalltag
EFT im Klassenzimmer: was Forschung und Praxis zeigen
Zwei Minuten, die den Schultag verändern
EFT (Klopftechnik) lässt sich in allen Schularten einsetzen – von der Grundschule bis zur Berufsschule. Wissenschaftliche Studien aus Australien belegen messbare Reduktion von Angst und Stress bei Schülerinnen und Schüler. In den Niederlanden gibt es bereits strukturierte Schulpakete. In Deutschland steckt der Einsatz noch in den Kinderschuhen, hat aber großes Potenzial – besonders in der Grundschule.
Immer mehr Lehrkräfte fragen mich, ob EFT wirklich im Unterricht funktioniert – oder ob das eher etwas für den Yogaraum ist. Meine Antwort: Es funktioniert. Und die Forschung holt gerade auf. Aber Deutschland ist noch ganz am Anfang.
Wer in der Schule arbeitet, weiß: Emotionen warten nicht auf die große Pause. Ein Kind rastet aus, ein anderes weint lautlos in der hinteren Reihe, ein drittes sitzt vor der Matheprüfung und ist wie eingefroren – überfordert und kurz vor Blackout. Lehrkräfte brauchen Werkzeuge, die in diesem Moment helfen. Schnell und ohne großen Aufwand.
EFT – die Klopftechnik auf Akupunkturpunkten – ist genau so ein Werkzeug. Aber wie verbreitet ist sie in deutschen Schulen? Und was weiß die Forschung dazu? Ich schaue mir das nach Schularten an.
Was die Forschung sagt – ein internationaler Blick
Wer nach deutschen Studien zu EFT an Schulen sucht, stößt schnell an eine Grenze: Es gibt sie kaum. Die Forschung kommt bislang vor allem aus Australien – und die Ergebnisse sind bemerkenswert.
Australien
Eine Untersuchung an vier australischen Grundschulen begleitete 138 Schülerinnen und Schüler über 30 Wochen. Nach zwei einstündigen Trainings leiteten neun Lehrkräfte regelmäßige Klopfrunden im Unterricht. Das Ergebnis: Angst nahm signifikant ab, das Wohlbefinden stieg spürbar – und die Klassen wurden ruhiger. Lambert, Smith, Moss & Kirshbaum (2022): „Emotional Freedom Techniques (Tapping) to Improve Wellbeing and Reduce Anxiety in Primary School Classrooms.“ Australian Journal of Teacher Education.
Was mich an dieser Studie besonders interessiert: Alle neun Lehrkräfte berichteten, dass sie die Technik auch für sich selbst angewendet haben – und ebenfalls eine Stressreduktion wahrgenommen haben. Das wundert mich nicht, denn warum sollte EFT bei Lehrkräften nicht wirken? 😉
Eine zweite australische Studie untersuchte EFT an zwei Gymnasien mit über 200 Zehntklässlern. Über fünf Wochen arbeiteten die Jugendlichen wöchentlich mit ausgebildeten EFT-Practitioners – mit Fokus auf Versagensangst, Selbstwert und Resilienz. Die Angst vor dem Versagen sank deutlich, das Selbstvertrauen stieg, und die Ergebnisse hielten sich auch bei einer Nachbefragung zwölf Monate später.
Hinweis: Diese Studien stammen aus dem australischen Bildungskontext. Ob die Ergebnisse direkt auf deutsche Schulen übertragbar sind, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Sie geben aber starke Hinweise, mit denen sich weiterarbeiten lässt.
Grundschule – wo EFT am spielerischsten genutzt werden kann
Grundschulkinder sind emotional noch sehr unmittelbar. Sie haben keinen Filter zwischen Gefühl und Reaktion – das macht ihren Alltag manchmal chaotisch, aber auch besonders zugänglich für körperorientierte Methoden. Klopfen muss man ihnen nicht erklären. Man zeigt es einfach.
Als kleines Morgenritual ist der Einstieg am naheliegendsten. Bevor der Unterricht wirklich beginnt könnten alle gemeinsam klopfen, ankommen, den Tag einläuten. Kinder nehmen so etwas auf wie Wasser – wenn die Lehrkraft es ernst nimmt und selbst mitmacht.
Aus der Praxis
Besonders wirkungsvoll zeigt sich EFT in der Grundschule laut der australischen Studie bei Kindern mit ADHS, Förderbedarf oder emotionalen Auffälligkeiten – also genau dort, wo Lehrkräfte sich am häufigsten überfordert fühlen.
In Deutschland gibt es bisher keine systematischen Schulprojekte, die öffentlich dokumentiert sind. Was es gibt: einzelne engagierte Lehrkräfte, die EFT in ihrer Klasse einsetzen – und Eltern, die von Veränderungen berichten. Das ist noch Pionierarbeit. Aber Pionierarbeit fängt immer mit einer Person an.
Mein Buch Nalu und die Zauberpunkte ist für genau diesen Kontext entstanden: 12 Klopfgeschichten für Kinder von 7 bis 11 Jahren, die EFT über Geschichten zugänglich machen – ohne dass eine Lehrkraft oder die Eltern zuvor EFT-Expertin sein müssen.
Ein Blick über die Grenze: die Niederlande machen es vor
Während Deutschland hier noch in den Startlöchern steht, hat sich in den Niederlanden bereits etwas entwickelt, das zeigt, wie das konkret aussehen kann: Alles Klopt – zu Deutsch etwa: „Alles stimmt“ oder wörtlich „Alles klopft“.
Hinter dem Projekt stehen Simone van Wissen und Daniëlle Schreurs, beide mit über 16 Jahren Grundschulerfahrung und EFT-Zertifizierung. Sie haben ein komplettes Unterrichtspaket entwickelt, das speziell für den holländischen Grundschulalltag gedacht ist – und das sich in einem entscheidenden Punkt von vielen anderen EFT-Angeboten unterscheidet: Es ist schulartgerecht aufgebaut, nach Jahrgangsstufen gegliedert.
Praxisbeispiel aus den Niederlanden
Unterbau (Klassen 1–2): Spielerisches Kennenlernen der Gefühle und des Klopfens über Geschichten, ein Klopflied und den „Alles Klopt-Bär“ als greifbares Symbol. Kurze, sichere Routinen, die Kindern helfen, Anspannung loszulassen.
Mittel- und Oberstufe (Klassen 3–6): Selbstständigeres Arbeiten mit Klopfkarten, einem Energiestick, Arbeitsblättern und kurzen Reflexionen. Einsetzbar vor Prüfungen, nach Pausen, in Übergangsmomenten.
Für Lehrkräfte: Praktische Handreichungen und digitale Materialien, die nach eigener Aussage der Gründerinnen „Zeit einsparen statt kosten.“
Quelle: allesklopt.nl – Stand Mai 2026
Was mich an diesem Konzept besonders interessiert: Die Aufmerksamkeit für die Lehrkraft selbst. Auf ihrer Website schreiben Simone und Daniëlle explizit: „Rust voor de groep begint bij rust voor jou als leerkracht.“ – Ruhe in der Klasse beginnt bei Ruhe in dir als Lehrkraft. Das ist exakt das pädagogische Prinzip, auf dem auch meine eigene Arbeit aufbaut.
Das Feedback einer teilnehmenden Lehrkraft: „Seit wir jeden Morgen zwei Minuten klopfen, starten meine Schüler ruhig – und ich kann direkt mit dem Unterricht anfangen.“ Zwei Minuten. Das ist die Einstiegshürde, über die wir sprechen.
Was wir daraus lernen können
Alles Klopt zeigt, dass ein strukturiertes EFT-Schulpaket nicht Jahre an Entwicklungszeit braucht – sondern Praxiserfahrung im Unterricht, pädagogisches Gespür und den Mut, es einfach zu halten. Das niederländische Modell könnte als Blaupause für Deutschland dienen – ich möchte die Zauberpunkte in die deutschen (Grundschul-)Klassenzimmer bringen. Das kann ich nicht alleine. Dafür braucht es engagierte Lehrkräfte – wie DICH.

Weiterführende Schulen – Prüfungsangst und mehr
🏛️ Haupt-, Real-, Gesamtschule & Gymnasium
Ab der fünften Klasse verändert sich der Druck. Die Noten zählen, der Übertritt ist passiert oder steht noch bevor, der Vergleich mit anderen beginnt. Viele Jugendliche, die ich kenne, beschreiben einen Punkt, an dem Schule aufgehört hat, sich gut anzufühlen – und sie wissen nicht mehr warum.
EFT lässt sich an weiterführenden Schulen anders einsetzen als in der Grundschule. Nicht mehr so spielerisch – dafür individueller und diskreter. Jugendliche klopfen unter dem Tisch. Sie wenden es im Stillen an, bevor sie ein Referat halten. Manche berichten, dass sie es sich gegenseitig beibringen.
Die Studie mit australischen Gymnasiasten zeigt: Bereits fünf Einheiten à 75 Minuten können messbare Veränderungen in Selbstwert, Resilienz und Versagensangst bewirken. Und diese Veränderungen halten ein Jahr später noch an. Das ist kein kleines Ergebnis.
Zur Wirksamkeit von EFT
Die australische Gymnasialstudie zeigte, dass sich Versagensangst und emotionale Belastung nach einem fünfwöchigen EFT-Programm signifikant reduzierten – und dass diese Effekte auch zwölf Monate nach der Intervention noch messbar waren.Studie veröffentlicht in Adolescent Psychiatry (2017), zitiert nach EFT International.
Für Deutschland: Auch hier gibt es noch keine systematischen Programme. Was es gibt, sind vereinzelte Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte, die EFT in ihre Arbeit integrieren. Das ist wertvoll – reicht aber meiner Meinung nach nicht.
Berufsschule – die vergessene Schulart
🔧 Berufsschule & berufliche Bildung
Hier ist die Lücke am größten. Berufsschüler sind oft jung, unter Doppelbelastung (Betrieb und Schule), viele tragen biografische Belastungen mit. Gleichzeitig ist der Berufsschulbereich in der emotionalen Bildungsdiskussion kaum präsent.
Mir ist keine einzige öffentlich dokumentierte EFT-Initiative an deutschen Berufsschulen bekannt. Das ist ehrlich gesagt eine Lücke, derer sich jemand annehmen sollte.
Wo Deutschland steht – und wo die Reise hingeht
Schaut man auf Australien und die Niederlande, wird deutlich: EFT im Schulkontext ist kein Nischenthema mehr. Es ist eine Methode, die sich in sehr unterschiedlichen Bildungskontexten bewährt – und die immer dann funktioniert, wenn Lehrkräfte sie mit echter Überzeugung einführen.
In Deutschland sieht die Lage so aus. Es gibt EFT-Ausbildungen für Therapeuten, Coaches und zunehmend auch für Pädagogen. Vereinzelte Praxtitioner wie der Schweizer EFT-Coach Peter Braesigke engagieren sich öffentlich für EFT an Schulen. Fortbildungsanbieter richten ihre Angebote auch explizit an Menschen in pädagogischen Berufen.
Was es noch nicht gibt: eine systematische Verankerung in der deutschen Lehrkräftefortbildung. Keine Landesprogramme, keine offiziellen Schulversuche, keine deutschsprachige Primärforschung. Deutschland ist – verglichen mit Australien oder den Niederlanden – noch in der Phase der einzelnen Enthusiasten.
Das klingt ernüchternd, ist aber eigentlich eine Einladung. Denn Veränderungen im Bildungssystem beginnen immer bei Lehrkräften, die etwas ausprobieren und weitertragen. Die eine Methode in ihrer Klasse einführen, die Ergebnisse beobachten und von ihren Erfahrungen erzählen. Das ist keine kleine Rolle – das ist der eigentliche Anfang.
Was Lehrkräfte jetzt tun können
Den ersten Schritt macht jeder für sich. Wer EFT erst an sich selbst erlebt hat, wer weiß, was es bedeutet, nach einem aufwühlenden Unterrichtsgespräch kurz zu klopfen und wieder geerdet in den Raum zurückzukehren – der oder die bringt etwas mit, das sich überträgt. Der zweite Schritt ist die Gruppe, die eigene Klasse.
In meinem kostenlosen Workshop gehen wir gleich in Aktion – 60 Minuten, die den Unterrichtsalltag verändern können. EFT kennenlernen, ausprobieren und ein Morgenritual mitnehmen für den nächsten Schultag. Lass dich begeistern! ❤️

Regulierte Lehrkräfte regulieren Klassen. Das ist Neurobiologie.
Ganz konkret: Ein Morgenritual dauert zwei bis fünf Minuten. Ein diskretes Klopfen in der Pause – wer sieht das schon? Und eine Klopfrunde vor dem nächsten schwierigen Elterngespräch: keine Zauberei, aber oft genau das, was den Unterschied macht zwischen reaktiv und geerdet.
Was das niederländische Projekt Alles Klopt zeigt – und was mich in meiner eigenen Arbeit bestätigt: Kinder brauchen keine lange Erklärung. Sie brauchen eine Lehrkraft, die es einfach macht. Gemeinsam klopfen, kurz innehalten, weitermachen. Das reicht als Anfang.
Und wer tiefer einsteigen möchte – für sich selbst und für seine Klasse –, für den gibt es meine Fortbildung.
Fortbildung für Grundschullehrkräfte
Die Zauberpunkte im Klassenzimmer
Eine fünfteilige Live-Online-Fortbildung, die dort beginnt, wo Veränderung anfängt: bei dir. Zwei Sessions für deine eigene Regulation – dann gemeinsam in der Klasse.
Die Fortbildung ist gerade in Entwicklung – gestalte mit und sei bei der ersten Runde zum BETA-Preis dabei!
Starte dafür mit diesem Fragebogen (inkl. Dankeschön – eine Klopfrunde für einen guten Start in den Tag):
Macht es gleich richtig – als Schulprojekt
Für engagierte Schulen biete ich auch individuelle Schulprojekte an – hier starten wir mit einer gemeinsamen Fortbildung rund um EFT und die Zauberpunkte und verankern die Methode im täglichen Unterricht. Eine 3-monatige Begleitung mit Raum für Austausch, Fragen und Best-Practices schließt sich an.
So wird sichergestellt, dass es keine Eintagsfliege wird, sondern auf Dauer zur emotionalen Gesundheit aller Beteiligten beiträgt.
Interesse? Schreib mir eine kurze Mail – mit ein paar Sätzen dazu, wie viele Lehrkräfte mitmachen würden und was euch bewegt, EFT an eurer Schule einzuführen.
Ich melde mich persönlich zurück. → manuela@zauberpunkte.de · Betreff: Schulprojekt
Ein guter Start zum Kennenlernen ist auch dieser Online-Workshop:

Quellenhinweise
Lambert, M. T., Smith, S. E., Moss, S., & Kirshbaum, M. N. (2022). Emotional Freedom Techniques (Tapping) to Improve Wellbeing and Reduce Anxiety in Primary School Classrooms. Australian Journal of Teacher Education, 47(3). doi.org/10.14221/ajte.2022v47n3.5
Australische Gymnasialstudie: veröffentlicht in Adolescent Psychiatry (2017), beschrieben bei EFT International.
Niederländisches Schulprojekt: Alles Klopt, entwickelt von Simone van Wissen und Daniëlle Schreurs. allesklopt.nl – abgerufen Mai 2026.



Schreibe einen Kommentar